Spaziergang  am Großensee im November 2014

Heimspiel für die Rotenbeker Vierpföter


Die aktuellen Berichte über die Spaziergänge werden offenbar nun auch zu Vorstellungsrunden der durch den F-Wurf hinzugekommenen stolzen neuen Kromi-Besitzern. Nach den Berichterstattern Raabes vom Oktoberspaziergang in Schleswig können wir, Anke und Reiner Knies aus Schwarzenbek, nun von der November-Wanderung in Lütjensee am Großensee berichten.

Doch vorab kurz zu uns: Anfang Juli konnten wir Fiene, oder „Fienchen“ oder „Fiiiiene“ aus dem F-Wurf der Rotenbeker Vierpföter bei uns zuhause begrüßen. Nach einem reinrassigen Kromfohrländer, der uns 13-jährig nach schwerer Krankheit verlassen musste, ist das unser zweiter Hund. Auch in diesem Fall hatten wir wieder großes Glück, einen so tollen Hund in der Familie zu haben und möchten die kleine Maus um nichts in der Welt wieder hergeben.

Die Wanderung um den Großensee ist nun schon der dritte Spaziergang, an dem die Hunde des F-Wurfs teilnehmen können. Mittlerweile fehlt es in der Größe zu den anderen Hunden vorausgegangener Würfe nicht mehr an viel und einige sollten Schnelligkeit, Mut und Neugierde auf dem Spaziergang nahe ihrer Heimat austesten.

Als wir den Parkplatz erreichten, freuten wir uns über das vermeintlich große Angebot an Parkplätzen, doch durch die vielen Teilnehmer war auch dieses großzügige Angebot vollständig ausgebucht. Wie bereits von vorangegangenen Spaziergängen bekannt, wurde in zweiter Reihe selbstverständlich hinter den Fahrzeugen anderer Teilnehmer am Kromi-Spaziergang geparkt. Das ging alles unproblematisch und schnell, sodass  insgesamt 29 Hunde und 41 Erwachsene mit 6 Kindern pünktlich um 13.00 Uhr die Wanderung beginnen konnten.

Die Hundemeute setzte sich aus zwei reinrassigen Kromis, 26 Einkreuzkromis und einem zuckersüßen Parson Russel Welpen zusammen. Die Wandergruppe war auch dieses Mal wieder international, da sich zu uns ein Paar aus der Schweiz mit Debbie von Burg Lobenstein und Askia vom Chirsgarten und sogar ein Japaner gesellten. Der Japaner war selber Hundebesitzer, musste den Hund für die Dauer seines halbjährigen Deutschlandaufenthalts jedoch Zuhause lassen und litt nun unter Entzugserscheinungen. Therapeutisch ist er dann auf so einem Kromi-Spaziergang vom Grundsatz her natürlich in allerbester Gesellschaft, den Tag wird er bestimmt genossen haben. Allerdings steht zu befürchten, dass unsere freundlichen Fellnasen in seiner Rückschau den Sehnsucht nach dem eigenen Hund nur noch verstärken. Mit dabei war auch eine Familie, die sich für einen Kromi interessiert. Sie sollten einen guten und umfassenden Eindruck von unseren tollen Hunden erhalten und waren am Ende der Wanderung von den Hunden sehr angetan.

Anfangs spielte auch das Wetter mit, doch der morgendliche Sonnenschein war längst dem bekannten Novembergrau gewichen. Leider zog auch der erst für den Abend angekündigte Regenschauer schneller herein und blieb treuer Begleiter auf dem überwiegenden Teil der Wanderung.

Nach kurzer Strecke durch den herbstlichen Wald, dessen bunte Blätter bei Sonne bestimmt phantastisch geleuchtet hätten, führte der Weg entlang des Seeufers zu einer großen Badestelle mit „herrlich“ dunklem Sand, an dem einige Kromi-Besitzer auch nach Rückkehr von dieser Wanderung noch viel Freude gehabt haben dürften. Hier flitzten einige Kromis kreuz und quer über die riesige Freifläche, andere gruben Löcher Richtung Erdmittelpunkt und ganz unerschrockene wagten auch ein Bad in den kalten Fluten des Großensees. Ein Kromi wirkte im Wasser ganz erschrocken, wie weit er sich denn da ins Wasser gewagt hatte und wie merklich sich doch die Wassertemperatur im Vergleich zum letzten Mal abgekühlt hatte. Das nasse Fell in Verbindung mit dem feinen, dunklen Sand brachte dann auch das sonst so selbstreinigende Fell des Kromis an seine Selbstreinigungskraft.

Doch abseits dieser Show brach an anderer Stelle das Spektakel los. Adele hatte etwas schnell Fliehendes entdeckt und raste los den steilen Hang hinauf, zunächst vorbei an einem Wildzaun. Durch ein Loch in diesem Zaun wurde die Seite gewechselt und weiter ging es in flottem Galopp den Hang hinauf. Hinter der Kuppe entschwand dann die flotte Adele, deren Hatz sich neben einigen anderen Hunden auch Fräulein Deetje und Fiene anschlossen. Alles rufen nützte nichts, die Truppe war nicht mehr von diesem Ausflug abzubringen. Nach einigen bangen Minuten tauchten dann die ersten Hunde wieder auf und kurze Zeit später war das Abenteuer für alle unbeschadet zu ende. Auch für Fiene, die offenbar das Loch im Zaum verpasst hatte und mit ziemlich „viel Dampf“ nebenan in die Maschen sauste, zum Glück auch ohne Schaden aber mit einer Erfahrung reicher.

Weiter ging die Wanderung zunächst am Seeufer entlang. An einer Engstelle über eine Brücke kamen uns dann zwei Reiterinnen entgegen, die zunächst einmal die lange Schlange aus Kromis und Menschen passieren lassen mussten. Das sorgte natürlich auch für eine Verzögerung auf unserer Wanderung, die Clara gleich nutze, um einen Bau eingehender zu inspizieren. Da muss es wohl höllisch gut gerochen haben, dass sich eine derartig intensive Buddelei lohnen könnte. Frauchens Rufe blieben lange unerhört – wie denn auch, wenn der Kopf im Bau steckt und alle Sinne auf das Geschehen vor Ort konzentriert sind!!!

Das Zwischenstück des Spaziergangs blieb dann ohne weitere besondere Vorkommnisse. Die Entscheidung, aufgrund der Wetterlage nur die kurze Runde zu gehen, führte uns dann wieder an dieser großen Freifläche am Seeufer zurück und einige Vorgänge wiederholten sich. Da war doch so ein interessanter Bau und wo mag wohl dieser Hase geblieben sein – lässt uns doch noch einmal über die Kuppe flitzen! Es dauerte wieder ein paar bange Minuten, bis alle wieder zurück waren. Der Regen setzte jetzt mehr ein und das Tempo zog an, um schnell wieder die Autos zu erreichen.

Nach einer kurzen Fahrt traf sich ein großer Teil der Gesellschaft wieder in der Restauration eines Sportplatzes, der einen großen Raum nur für uns gedeckt hatte. Auch gab es Kaffee und Kuchen, aber zunächst mal raus aus den nassen Jacken. Der Kuchen war dann auch schnell verteilt, einige gingen leider auch leer aus. Egal, es war wenigstens trocken und alle hatten einen Sitzplatz. Auch die Hunde waren überwiegend ausgetobt und verhielten sich wieder einmal vorbildlich ruhig. Na ja, fast alle. Es gab auch zwei Fälle mit Testosteronüberschuss, die nur schwer zu beruhigen waren. Aber auch das gelang!!

In dem Restaurant wurden dann auch die lang angekündigten und schon heiß erwarteten Kalender verkauft. Das lange Warten hat sich aber auch gelohnt. Der Kalender bietet nun Abwechslung im Wochenrhythmus und zeigt viele schöne Bilder von unseren tollen Fellnasen. Wie die Hunde waren auch Frauchen und Herrchen beim Kalenderkauf vorbildlich. Man reihte sich in die lange Schlange ein, wartete geduldig und hielt auch vorbildlich abgezählt die passende Summe Geld bereit. So endete ein aufregender, aber rundum gelungener Kromi-Spaziergang und ich hoffe, dass alle wieder gut zuhause angekommen sind.

Anke und Reiner mit Fiene

 

©Britta Bessey 2015