Zuchtstätte von den Rotenbeker Vierpfötern

Natürlich kann man ohne Hunde leben, aber es lohnt sich nicht.

Heinz Rühmann

Jule

1. Februar 2006 – 3. Februar 2020

Am 3. Februar 2020 mussten wir unser liebes Julchen über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Jule hatte einen Tumor im Maul, der Mitte Dezember entfernt wurde. Der Tierarzt machte mir keine großen Hoffnungen auf viel verbleibende Zeit mit ihr, da sich herausstellte, dass der Krebs bösartig und sehr schnell wachsend war. 

Sie mochte oder konnte letztlich, trotz Schmerzmittel und Kortison, nicht mehr fressen und wollte auch die Tabletten nicht mehr nehmen. So konnte ich ihr einen letzten Liebesdienst erweisen und sie in Würde gehen lassen. 
Julchen war körperlich und geistig noch total fit, ihr Herz war kräftig und sämtliche Blutwerte top. Sie hätte gut noch ein paar Jahre bei uns sein können und das machte mir diese Entscheidung sehr schwer.

Julchen ist 14 Jahre alt geworden. 13 Jahre konnte sie bei uns verbringen, wurde geliebt und hatte immer viele Freunde um sich. 
Das erste Lebensjahr muss schlimm für sie gewesen sein, denn sie hatte erfahren, wie grausam Menschen sein können. Sie schrie anfangs oft im Schlaf, sodass ich sie wecken musste und in die Realität zurück holte. 

Julchen hat trotz allem, ihre freundliche Art und ihr grosses Herz für die Menschen behalten. Einen großen Beitrag, dass sie lernen konnte, dass Menschen auch gut sein können, hat Billy geleistet. Er ging in seiner unbeschwerten Art auf alle zu und zeigte ihr, wie schön das Leben ist. Die beiden mochten sich sehr und es ist ein großer Trost für mich zu wissen, dass sie wieder zusammen vereint sind.

Julchen war ein liebes Mädchen, war nie aufdringlich und zu fast jedermann freundlich. Sie hatte ein souveränes auftreten anderen Hunden gegenüber, war aber nie übergriffig.
Sie frass für ihr Leben gern und ganz besonders mochte sie Chips und Flips, welche sie natürlich nicht bekommen sollte. Aber wenn mein Mann Abends so etwas naschte, fiel ihm ausversehen immer etwas herunter. Immer! 
Wirklich gebettelt hat sie nie am Tisch, aber wenn meine Mutter zu besuch war, lag ihr Kopf immer ganz lieb auf ihrem Knie. Wenn etwas herunter viel, dafür konnte Julchen nichts;O)

Julchen hat mich oft zum lachen gebracht. Wer sie kannte, wusste um ihre liebe Art.
Im Restaurant, nach unseren grossen Spaziergängen ging sie von Person zu Person, um sich schön kraulen zu lassen und dann, ganz unbemerkt, nebenbei die Leckerlies aus den Taschen zu stibitzen. So saubere Jackentaschen hatte man sonst nie;O)
War sie bei einem ihrer Kinder oder Enkelkinder zu besuch, testete sie immer ihre Körbchen aus, der gemütlichste Platz war für Julchen reserviert.
Seit ihrem dritten Geburtstag piescherte sie im Handstand und lief dabei Gräben rauf und runter. Ich habe immer gesagt, dass ist ihre Rückbildungsgymnastik und sie hat es bis kurz vor ihrem Tod gemacht. Auch ihren besonderen Blick und das elegante Überkreuzen der Vorderbeine werde ich nie vergessen. Dann waren da noch ihre Ohren. Eigentlich wunderschöne Ohren, aber Julchen konnte sie blitzschnell in Henkelohren verwandeln;O) Das machte sie meist, sobald die Kamera gezückt wurde. Ihren Duft darf ich auch nicht vergessen. Jule duftete, sie hatten einen süßlichen Eigengeruch, mal abgesehen von ihren sporalisch auftretenden Käsefüßen.

Julchen hat uns drei Würfe mit insgesamt 22 Welpen geschenkt und hat einige ihrer Eigenarten an ihre Nachkommen weiter gegeben und somit lebt sie weiter in ihren Kindern und Enkelkindern.
Sie liebte Welpen und hat sich fürsorglich um sie gekümmert. Auch wenn Adele Welpen bekam, saß Julchen ganz aufgeregt mit in der Wurfkiste und hat die Kleinen mit trocken geschleckt und bekam sofort Milcheinschuss. Die Welpen waren im Prinzip von der Milchbar umzingelt, auf der einen Seite die Mutter und auf der anderen Seite Julchen.

Julchen liebte das Meer! Am Strand liegen, durchs Watt laufen und Krebse zu bestaunen und auch Fahrten auf dem Wasser genoss sie sehr (ohne Seegang versteht sich;O)
Sie lief auch bis zu letzt am Fahrrad mit, natürlich etwas gemütlicher als in jungen Jahren.
Auch ging sie gerne in die Stadt zum bummeln. Sie mochte gern in sämtliche Läden schauen, typisch Mädchen eben;O)

Sie war immer überall mit Freude dabei und wird uns sehr fehlen.

Mein liebes Julchen, es tut so weh, dass Du nicht mehr bei uns bist.
Wir hatten eine schöne Zeit und die Erinnerung kann uns keiner nehmen.
So gern hätte ich dich noch länger an meiner Seite gehabt.

Bis bald mein kleines Mädchen.