Ein Tag am Strand – Winteredition
Na, kennt Ihr mich noch? Ich bin es, Kleene! Nach meinem literarischen Debüt mit dem Bericht zum Rader Wald habe ich mich zunächst für eine künstlerische Pause entschieden, die offen gestanden etwas lang war. Als Britta mich also fragte, ob ich nicht mal wieder Lust hätte, von dem zu berichten, was sich auf unseren Spaziergängen so abspielt, haute ich also wieder in die Tasten.
Also gut: Erzähle ich euch mal von unserem Strandspaziergang Anfang November. Obwohl – ich muss dazu noch erwähnen, dass ich aufgrund von, sagen wir mal, kreativen Hindernissen Lena nach einem passenden Titel zu meinem Bericht gefragt habe. Sie schlug mir „Ein Tag am Strand – Winter Edition“ vor. In Ermangelung eines Besseren und weil ich Ihretwegen den Vorschlag nicht gänzlich ablehnen wollte, wurde er es. Winteredition, ja, das kann man aufgrund der Jahreszeit schon sagen, ich persönlich fand ja, dass das Wetter eher eine „Luxus-November-Edition“ war – dazu später mehr.
Wie für einen VRK-Spaziergang üblich, fing alles auf einem Parkplatz in Kellenhusen an. Da traf sich unser Rudel. Also nicht nur mein Rudel – ungefähr 30 Zweibeiner und 23 Hunde insgesamt. Ein ganz schöner Haufen, sage ich euch. Ich habe das Ganze allerdings erstmal aus sicherer Entfernung beobachtet. Genauer gesagt: vom Auto aus. Meine Lena findet, ich fände den Begrüßungstrubel manchmal überfordernd. Ich nenne es selektive Sozialkompetenz. Ich muss schließlich nicht jeden überschwänglichen Nasenstupser meiner Geschwister und anderer Fellnasen kommentarlos akzeptieren.
Nachdem sich die allgemeine Aufregung etwas gelegt hatte, durfte ich dann auch raus. Würdevoll, versteht sich. Zunächst ging es ein Stück an der Leine entlang Richtung Strand. Sehr vernünftig – so konnte ich erstmal alle Gerüche sortieren. Salzluft, Sand, herrlich.
Am Strand angekommen, durften fast alle frei laufen – je nachdem, wer das konnte oder wer lieber bei seinen Leuten blieb. Einige Hunde sind sofort losgeflitzt, als hätte jemand einen Startschuss gegeben. Sand aufwirbeln, rennen, springen – für das ungeschulte Auge klassisches Chaos. Ich habe mir das eine Weile angeschaut und dann beschlossen, doch auch bei meinen Leuten zu bleiben. Meinen einmalig schlauen, großen Charakter zeige ich dann doch lieber in kleinerer Runde, und bei meinem neuen Kumpel Jan fühle ich mich sicher und habe seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Schließlich musste ich auch alles im Auge behalten, damit ich mir Inspiration für meinen Bericht holen konnte, ist ja klar.
Einige unserer älteren Kromis haben es ruhiger angehen lassen und sind eher flaniert. Würdevolles Schlendern, gelegentliches Schnuppern, hier und da ein kurzer Plausch. Ich habe natürlich alles im Blick behalten.
Besonders schön war, dass Britta dabei war und damit auch ein Stück meiner engsten Familie. Mama Brixi, Tante Adele und meine beste Freundin Julietta. Das war quasi ein kleines Familientreffen.
Und dann war da noch der Geist unseres kleinen Wettergottes Billy. Der sorgt nämlich traditionell dafür, dass das Wetter gut wird. Wahnsinn, oder? Es ist immer schön zu merken, wie warm es uns ums Herz wird, wenn wir bei gutem Wetter unterwegs sind. So freuen wir uns nicht nur über das Wetter, sondern fast noch mehr darüber, an Billy zu denken. Auch an diesem Tag ließ er uns nicht hängen. Es war glücklicherweise nicht nass von oben und ein paar Sonnenstrahlen gab es auch noch, im November! Kein Witz. Ich habe kurz in den Himmel geschnuppert und ihm ein dankbares Schwanzwedeln geschickt.
Nach dem Spaziergang ging es noch ins Restaurant. Menschen nennen das Einkehren, ich nenne das Hoffen auf ein paar Leckerlis und einen warmen Platz. Vorzugsweise auf einem Stuhl oder Sofa, im Restaurant besteht Lena aber immer darauf, dass ich ihren Schoß oder die Klippklappdecke nehme. Komisch, zuhause darf ich doch auch überall liegen wo ich möchte. Ich habe mich aber natürlich vorbildlich benommen (größtenteils) und mich unter den Tisch gelegt – strategisch günstig positioniert natürlich.
Alles in allem war es ein schöner Tag: Sand zwischen den Pfoten, Freunde zum Rennen, Familie zum Treffen und ein müdes Gefühl danach. Wenn das Winteredition sein soll, melde ich mich freiwillig für die nächste Runde.
Eure Kleene















































